Sexistische Werbung der Jungen ÖVP

Bild: jvpwien.at
Was hat sich die Wiener Jugendorganisation JVP der Regierungspartei ÖVP denn hier gedacht? Nicht nur dass sie eine bereits lange bestehende Forderung der Grünen Wien nach einem 24-Stunden Betrieb der U-Bahnen aufgreifen, so muss diese nun auch noch mit einer Portion Sex verkauft werden? Denn genau so gestaltet sich die aktuelle Plakatkampagne der JVP Wien – eine spärlichst bekleidete junge Frau wirbt mit dem Spruch „24 h Verkehr am Wochenende“. Eine Anspielung auf einen One-Night-Stand, wonach (heterosexuelle) Frauen für (heterosexuelle) Männer jederzeit für Verkehr verfügbar sind?

Bild: jvpwien.at
Es wäre wirklich interessant zu wissen, welches Frauenbild die Junge ÖVP Wien besitzt. Werden Frauen wirklich als gleichberechtigte Wesen betrachtet oder werden diese auf ihre Sexualität und die Empfängnisbereitschaft für den heterosexuellen Mann reduziert? Die Antwort kann nur die JVP geben. Nachdem das Sujet mit dem männlichen Pendant deutlich „konservativer“ gehalten wird, geht es wohl in erster Linie darum, die Frau als Lustobjekt und als Blickfang zu benutzen, um Aufmerksamkeit zu lukrieren. Wenn die JVP schon mangels neuer Ideen mit einer Portion Sex Werbung machen muss, dann stellt sich die Frage, wieso dies (mal wieder) nur beim weiblichen Geschlecht gemacht wird, das Männer-Sujet aber mit deutlich weniger Erotik „auskommt“?
Aber auch das gemeinsame Plakat (siehe oben), welches den Spruch „Wenn wir unseren Verkehr so planen, komen wir nie in Fahrt“ trägt, stellt eine unnötige Reduzierung auf die Sexualität der beiden ProtagonistInnen und der BürgerInnen dar. Ein Armutszeugnis für die Jugendorganisation JVP von ÖVP-Wien Chef Johannes Hahn sowie Vizekanzler und ÖVP-Bundesparteiobmann Josef Pröll.
ÖVP reproduziert überholte Geschlechterrollen
Die ÖVP wäre gut beraten, die Daten des Werberates einzusehen, denn diese lassen erkennen, dass in zahlreichen Werbungen die Frau als Produkt betrachtet wird und zu beseitigende Rollenzuschreibungen reproduziert werden
Der österreichische Werberat liefert Zahlen über die gemeldeten Beschwerden zu geschaltenen Werbekampagnen. Von allen 2008 eingebrachten Beschwerden betrafen allein 28 frauendiskriminierende oder sexistische Darstellungen von Frauen – das sind knapp 10 % aller eingereichten Beschwerden.
Die JVP und damit auch die Bundespartei ÖVP sind aufgerufen, diese Kampagne umgehend einzustellen, bzw. zu adaptieren, denn Frauen sind mehr als nur ein Objekt für sexistische Werbungen.















Völlig unnötige und künstliche Aufregung. Ihrem Blog zufolge sind Sie schwul. Würden Sie sich bei einem leichbekleideten Mann auch beschweren? Vermutlich kaum.
Die Anspielung, dass eine Frau aufgrund des Slogans für einen ONS zu haben wäre, ist rein subjektiv vom Verfasser dieses (überflüssigen) Artikels. Da auf den Printsujets auch Männer sind, liegt der Umkehrschluss nahe, dass auch Männer für einen ONS zu haben wären. Aber das scheint den Verfasser dieses Artikels ja nicht zu stören?!
Und warum ist das Sujet der Männer „konservativer“ – weil der junge Mann noch ein Shirt trägt?
Ich glaube, da hat sich jemand zu viel mit Geschlechterrollen beschäftigt und ist nicht mehr in der Lage, den Humor einer Werbeanzeige zu erkennen.
Mit solch überzogenen Aussagen verschwindet der Inhalt der Anzeigen völlig: Die Ausweitung der Fahrtdauer am Wochenende!
Igitt! Hübsche, junge Frauen! Hilfe! Das gehört verboten!
Toll, welche Sorgen wir haben …
Die Thematisierung der Sexualität in Werbekampagnen konservativer Parteien muss verboten werden. Wo kommen wir denn da hin? Die Möglichkeit, Wähler konservativer Parteien als „prüde“ zu deklarieren ist schließlich ein linkes Grundrecht und darf nicht durch frivole Werbekampagnen unterwandert werden.
Oliver, mit dem Artikel bekleckerst du dich wirklich nicht gerade mit Ruhm ;-)
Wärs dir lieber, sie hätten ein Bild der Regenbogenparade genommen?
Sorry, aber dazu fällt mir bei aller Sympathie nur noch das Wort „Parteisoldat“ ein.
Vielleicht stützt sich ja sämtliche Kritik an dieser Werbekampagne wirklich zu sehr auf das Thema Sexismus/nackte Haut/Sexualität.
Aber nicht nur durch die Kritik an der Kampagne sondern auch durch die Aufmachung dieser geht die Kernaussage verloren. Doppeldeutigkeit ist gut, aber man kann es auch übertreiben. Irgendwie entsteht für mich der Eindruck, dass junge Menschen verlängerte Fahrzeiten der U-Bahnen zum Rumvögeln benötigen.
Sex sells, aber man hätte die Message sicherlich besser verpacken können.
Wenn man in der Lage ist, den Text richtig zu interpretieren, dann erkennt man darin ein weltoffenes, verbindendes und nicht diskriminierendes Denken – ohne es in eine Schublade á la „Parteisoldat“, „schwuler Blogger“ usw. stecken zu müssen ;-)
Liest man sich jedoch von einem Kommentar zum nächsten, wird man rein mit stereotypem österreichischen Gedankengut konfrontiert, das einem tagtäglich begleitet. „Kleinkariert und primitiv ist die Mehrheit in diesem Land“ – dieser Satz eines weisen Mannes hat sich seit Kinderjahren in mein Hirn gebrannt und lässt sich von dort nicht wegdenken, denn tagtäglich wird man mit der Aussage aufs Neue konfrontiert.
Es ist traurig mitansehen zu müssen, wie oberflächlich doch unsere Gesellschaft ist und diesen Wert auch noch zu stärken versucht. In fast jedem einzelnen Kommentar wird versucht, die beschriebene Plakatwerbung zu verharmlosen, denn es ist ja „nur“ eine halb nackte Frau.
Doch sind diese drei Buchstaben im Wort „nur“ mehr als die Verharmlosung des Werbesujets. Ist es doch auch so zwangsweise zu interpretieren, dass es doch „nur“ eine Frau ist … (wem der kleinkarierte Horizont nun die eigene Weiterinterpretation unmöglich macht, dem sei hier weitergeholfen: war/ist es doch „nur“ eine Frau, die „nur“ kochen muss, „nur“ Kinder gebären muss, „nur“ schön sein muss und „nur“ die Rolle neben des „großen“ Mannes einnehmen muss)
Die Abtönungspartikeln erfahren bei uns eine besondere Bedeutung – wirken sie harmlos und übersieht man sie sehr gerne, haben sie doch im Grunde einen bewussten Hintergedanken: Zustimmung, Ablehnung, Erstaunen, Interesse, Verstärkung, Einschränkung.
Letzteres ist leider die häufigst verwendete Variante, wie auch unser Beispiel in diesem Fall äußerst verdeutlicht – ist es doch „nur“ eine Frau!
Doch wenn wir es an erster Stelle sehen würden – somit „Zustimmung“ – wo bleibt diese zum anderen Geschlecht?! Ist es doch auch „nur“ ein Mann, kann er doch auch „nur“ mit einem Forderungsschild bekleidet sein, kann man doch auch „nur“ sein Geschlechtsteil damit bedecken, wäre es dann „nur“ eine gleichberechtigte auf mehrheitliche Zielgruppen zugeschnitte Werbung junger Wähler?!
Dem Anschein Zufolge denken einige Kommentatoren nicht so … ist doch der Mann der (An)Führer, derjenige, der bestimmend und autoritär aufzutreten hat. Autorität mit einem nackten Oberkörper oder gar einem nackten Unterkörper? – Nicht auszumalen in kleinkarierten Schubladendenken!
Gleichberechtigung kann man nicht projezieren, aufmalen, festschreiben oder Sonstiges. Gleichberechtigung muss gelebt, gefühlt und persönlich verbreitet werden, da hilft es nicht an gewissen Idealen festzuhalten oder sich einer übergeordneten Meinung anzuschließen.
Es ist ein Leichtes, sich dem Negativen zu beugen … dem Positiven leider nicht! Anstatt das merkbar Positive (die Forderung nach Gleichberechtigung) an dem Text zu unterstreichen, beugt man sich dem Altbewährtem (Kleinkarierte und primitive Kritik).
Warum was ändern, was doch schon immer angeblich so gut funktioniert …?!
Entsetzlich, grausam, österreichisch …
@R.A.:
Da bin ich schon lieber oberflächlich als deine Albträume haben zu müssen ;-)