Life Ball: Mehr als nur der Kampf gegen HIV/Aids
Heute um 21:20 Uhr wird der 17. Life Ball im und vor dem Wiener Rathaus eröffnet. Heuer steht der Life Ball unter dem Motto „Wasser – let love flow“ und eröffnet damit einen vierjährigen Mottoreigen der 4 Elemente. Seit seinem Bestehen konnte der Life Ball insgesamt knapp 12 Millionen Euro, im letzten Jahr 1,4 Millionen Euro, für diverse Projekte lukrieren. Doch ist der Life Ball noch viel mehr. Er steht für Toleranz, Akzeptanz, Aufklärung und gegen Diskriminierung und Diffamierung aufgrund HIV/Aids und der sexuellen Orientierung.
Wie schon in den letzten Jahren glänzt der Life Ball auch heuer wieder mit einem unglaublich großen Aufgebot an internationalen Stars, die sich im Kampf gegen HIV/Aids und einer Stigmatisierung von HIV-Infizierten und Aids-Erkrankten einsetzen. Katy Perry (welche singen wird), Ex-Badenixe Pamela Anderson, Desperate Housewive Eva Longoria, die Sängerin Mia, Moloko-Frontfrau Roison Murphy, Multimillardärin Ivana Trump, die Top-Models Markus Schenkenberg und Amer Valetta, bis hin zu Ex-US-Präsident Bill Clinton. Letzterer wird zwar nur für ein VIP-Dinner und seine Rede einen Zwischenstopp in Wien einlegen wird, doch sammelt er mit seiner William J. Clinton Foundation seit Jahren Geld für weltweite HIV/Aids-Projekte.
Bewusstsein schaffen
Die AIDS-Statistik für Österreich bleibt leider schlecht. Immerhin gab es 2008 gegenüber dem Vorjahr einen leichten Rückgang an Neuinfektionen. Dennoch wurden im Jahr 2008 505 Neuinfektionen festgestellt.1-2 Neuinfektionen in Österreich. Täglich. Insgesamt 12.000 – 15.000 Infizierte. Das ist aber immer noch deutlich mehr als in den Jahren 1994 bis 2006. Warum ist das? Offensichtlich ist das Bewusstsein für HIV/Aids aus den Köpfen der Menschen verschwunden. Möglich aber auch, dass viele Menschen noch immer dem Irrglauben aufliegen, dass von HIV/Aids hauptsächlich Schwule betroffen sind. Weit gefehlt, denn 2006 erfolgten 42 % aller HIV-Neuinfektionen bei heterosexuellen Kontakten…
Weltweiter Kampf gegen HIV/Aids wichtig
Wie wichtig der weltweite Kampf gegen die Immunschwächekrankheit Aids ist, zeigt die Weltkarte das UN Aidsprogramm:

Quelle: unaids.org/en
Life Ball ist mehr
Der Life Ball setzt nicht nur ein Zeichen im Kampf gegen HIV/Aids. Er setzt ein Zeichen gegen Vorurteile, Intoleranz, Diskriminierung und Homophobie. Gerade in Zeiten, in denen Kirchenvertreter vor Safer Sex warnen (siehe Papst), Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung diskriminiert und diffamiert werden, oder ewiggestrige Idioten eine ganze Gesellschaft in Verruf bringen, ist der Life Ball ein schönes und wichtiges Pendant. Nicht ganz Österreich ist kleinkariert, konservativ und ewiggestrig. Viele Menschen treten für eine offene und liberale Gesellschaft sein. Eine Gesellschaft, in der alle Menschen die gleichen Rechte haben. Eine Gesellschaft, in der er „blunzenwurscht“ ist, ob jemand homo-, bi- oder heterosexuell ist. Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg.
Der Life Ball bietet für einen Tag den Menschen die Möglichkeit, aus diesen gesellschaftlichen Rollenvorgaben auszubrechen und ihre Persönlichkeit, ihre Individualität auszuleben. Genau das ist der Erfolg des Life Balls – und das ist auch gut so.
let love flow – fight hiv, intolerance and homophobia














